Gedenkstättenprojekt 2026: Junge Menschen setzen ein Zeichen für Erinnerung und Verantwortung
Gedenkstättenprojekt 2026: Junge Menschen setzen ein Zeichen für Erinnerung und Verantwortung
- 22 Auszubildende und dual Studierende aus zehn Unternehmen der Volkswagen Group haben sich in Auschwitz mit den Folgen von Ausgrenzung und Hass auseinandergesetzt.
- Das Gedenkstättenprojekt des Volkswagen Konzerns stärkt Erinnerungskultur, fördert gesellschaftliche Verantwortung und setzt ein klares Zeichen für Respekt, Vielfalt und Menschlichkeit.
Wolfsburg. Emotionale Eindrücke, persönliche Reflexionen und ein klares Bekenntnis zu Menschlichkeit und Respekt standen im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung des Gedenkstättenprojekts 2026 auf dem Forum AutoVision in Wolfsburg. 22 Auszubildende und dual Studierende aus dem Volkswagen Konzern präsentierten am Hauptsitz der Volkswagen Group Services ihre Erfahrungen aus der einwöchigen Gedenkstättenfahrt im Juli nach Auschwitz-Birkenau in Polen.
Die Teilnehmenden kamen aus den Unternehmen Volkswagen Group Services, dx.one, Autostadt, Volkswagen Group Retail Deutschland, Volkswagen Group Original Teile Logistik, Volkswagen Financial Services, Volkswagen Immobilien, Volkswagen AG, Sitech und Brose. Vor Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Unternehmen zeigten sie Fotos, trugen selbst verfasste Texte vor und teilten ihre Emotionen mit den Gästen.
Die Begegnung mit den historischen Orten, den Biografien der Opfer und den sichtbaren Spuren der Vergangenheit haben viele der jungen Menschen tief bewegt. Sie machten in ihren Beiträgen deutlich, welche Bedeutung Erinnerung, Toleranz, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander für das gesellschaftliche Zusammenleben heute haben.
Angelika Spallek, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der Volkswagen Group Services, sagt dazu: „Das Gedenkstättenprojekt zeigt, wie wichtig es ist, Erinnerung wachzuhalten und daraus Verantwortung für unser heutiges Miteinander abzuleiten. Die Auszubildenden und dual Studierenden haben sich mit großer Ernsthaftigkeit, Offenheit und Empathie mit der Geschichte auseinandergesetzt. Dafür danken wir ihnen sehr. Ihr Engagement erinnert uns daran, dass Respekt, Vielfalt und Menschlichkeit Werte sind, die wir jeden Tag gemeinsam leben und schützen müssen.“
Christoph Heubner, Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK), betonte die nachhaltige Wirkung des Projekts: „Die Auszubildenden nehmen ihre Emotionen und Erfahrungen aus den Tagen in Auschwitz mit in ihr weiteres Leben und in die Begegnung mit anderen Menschen. Aus dem Projekt selbst erwächst eine Haltung, die ihre Zukunft und ihren Blick auf die Gesellschaft prägt. Dafür sind die Überlebenden des Lagers sehr dankbar.“
Die Berichte der Teilnehmenden verdeutlichten, dass die Gedenkstättenfahrt über ein klassisches Ausbildungsprojekt hinausgeht. Sie leistet einen Beitrag zur Erinnerungskultur innerhalb der Volkswagen Group und setzt zugleich ein Zeichen gegen das Vergessen. Die jungen Menschen zeigten, dass Verantwortung mit Zuhören, Fragen, Reflektieren und bewusstem Handeln beginnt.
„Das Gedenkstättenprojekt Auschwitz zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Geschichte lebendig zu halten und jungen Menschen Raum für Auseinandersetzung, Erinnerung und Haltung zu geben. Unsere Geschichte zu kennen, bedeutet, Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Mein besonderer Dank gilt allen, die dieses wichtige Projekt unterstützen und möglich machen. Denn nur wer sich erinnert, kann dazu beitragen, dass sich Geschichte nicht wiederholt“, sagt Benjamin Stern, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates.
Langjährige Zusammenarbeit für gelebte Erinnerungskultur
Die Gedenkstättenarbeit in der Volkswagen Group wird seit 2012 gemeinsam mit dem Internationalen Auschwitz Komitee und der Volkswagen Group Akademie durchgeführt. Ziel ist es, jungen Menschen eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte zu ermöglichen und daraus Verantwortung für die Gegenwart abzuleiten.
Während ihres Aufenthalts in Auschwitz unterstützten die jungen Menschen unter anderem die Pflege des Außengeländes des Stammlagers sowie konservatorische Arbeiten an historischen Gegenständen. Führungen, Gespräche und gemeinsame Reflexionen ergänzten das Programm.
Begleitet wurde das Projekt von Christoph Heubner, Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, sowie von Ines Doberanzke-Milnikel und Christoph Heinemann von der Volkswagen Group Akademie. Die organisatorische Verantwortung lag bei Gaby Sprenger von der Volkswagen Group Services, die die Auszubildenden und Studierenden auch vor Ort begleitete.
Stimmen der Teilnehmenden zum Gedenkstättenprojekt
Lorena Viktoria Scheller, Auszubildende zur Fachkraft für Lagerlogistik bei der Volkswagen Group Services:
„Die Gedenkstättenfahrt war für mich eine überwältigende Erfahrung. Besonders an einem Ort beim Krematorium II ist mir bewusst geworden, wie schwer es für mich ist, zu begreifen, was den Menschen dort angetan wurde. Es war ein ruhiger, beinahe idyllischer Ort, und trotzdem standen wir dort, wo Menschen auf grausamste Weise ermordet wurden. Ich kann bis heute nicht verstehen, wie Menschen anderen Menschen, und besonders Kindern, so etwas antun konnten. Dieser Gedanke wird mir von der Fahrt wahrscheinlich am längsten im Kopf bleiben.“
Anastasiia Goi, Auszubildende Fachinformatik für Daten- und Prozessanalyse bei Volkswagen Group Services:
„Ich kam nach Auschwitz, um einen Ort der Geschichte zu sehen. Ich ging mit Gesichtern nach Hause, die ich nie vergessen werde. Es ist unmöglich zu beschreiben, was passiert, wenn man die Geschichte eines Menschen hört, der das alles überlebt hat. In diesem Moment wird Vergangenheit zu einer Begegnung. Manche Orte lehren nichts. Sie verändern.“